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  • AutorenbildMatthias Wirth

Thema: Pflegeausbildung

Am Montag (30. Januar) haben wir als Arbeitskreis Soziales und Demografie der CDU Kreistagsfraktion die Möglichkeit genutzt, um uns durch Andrea Huisman von der Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (zur KKLE gehörig) in Sachen Pflegeausbildung auf den neuesten Stand bringen zu lassen.

Arbeitskreis Soziales und Demografie der CDU-Kreistagsfraktion

Generalistische Pflegeausbildung

Im Rahmen der generalistischen Pflegeausbildung wird der erste Jahrgang in wenigen Wochen seine Abschlussprüfung ablegen. Ziel dieser neu strukturieren Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist es, Fachkräfte sowohl für die stationäre und mobile Altenpflege als auch für die Krankenhäuser auszubilden, ohne dass diese bereits im Rahmen der Ausbildung sich für eine Richtung entscheiden müssen (dieses aber u. U. tun können).

Doch funktioniert das auch in der Praxis?

Die bisherige Bilanz fällt sehr gemischt aus, da sowohl der Bereich Altenpflege personell geschwächt wird und die hochspezialisierte Kinderkrankenpflege unter die Räder zu kommen droht. Auch die weite Spreizung der Fähigkeiten, vom qualifizierten Hauptschulabschluss bis zum Abitur, die die Auszubildenden mitbringen, ist im Ausbildungsalltag ein Problem, Stichwort 'Ausbildungsfähigkeit'.

Was kann die Politik im Allgemeinen und die Kommunalpolitik im Besonderen tun, um die Situation zu verbessern?

Dauerthema ist zu Recht der ÖPNV und die Unterbringungssituation, sprich der Mangel an preisgünstigem Wohnraum. Hier können nicht nur die seitens der KKB in Kleve und Geldern geplanten Azubiwohnheim weiterhelfen, sondern auch Lösungen auf städtischer Ebene werden in Zukunft eine Rolle spielen. Zu Deutsch: Die Abschaffung der früheren "Schwesternwohnheime" war ein Fehler - Man kann es ja heute etwas feundlicher benennen und muss es nicht als "Nonnenbunker" betreiben, aber der prinzipielle Ansatz für junge Menschen ausbildungsnah (geförderten) Wohnraum anzubieten, ist richtig.


Ein weiteres Thema ist die Betreuung von Kindern außerhalb der klassischen Kernzeiten. Pflegearbeit ist nun einmal Schichtarbeit - darauf reagieren Kitas und Tagsmütter zu wenig, bzw. haben nicht die Möglichkeiten dieses zu tun.


Ein eher bundespolitisches Thema ist die Förderung der Ausbildung von Pflegefachkräften, die sich dazu in einer späteren Lebensphase entscheiden. Diese Menschen bringen einen reichen Schatz an Lebenserfahrung mit, können von der Ausbildungsvergütung allerdings nicht leben oder gar eine Familie ernähren. Hier braucht es ein gut überlegtes Unterstützungsmodell, das im Sinne des lebenslangen Lernens den Schritt in eine Pflegeausbildung nicht zu einem Schritt an den sozialen Abgrund werden lässt.

Fazit: Jede Menge dicke Bretter, die es zu bohren gilt, aber gleichzeitig auch ein wichtiger Einblick in die Praxis jenseits der aufgeladenen und nicht immer objektiven Pflegedebatte.

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