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Kevelaer, Altes Rathaus

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Wohnen

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Verwaltung

Der Kreis Kleve ist unsere lebens- und liebenswerte Heimat. Das sind die (Land-)städte genauso wie die dörflich geprägten Ortschaften – jede mit ihrer eigenen Identität. Aber auch wir spüren die Spannung zwischen Stadt und Land: Stirbt der Dorfladen, geht der Landarzt ohne Nachfolger in Pension oder bleiben junge Familien fern, weil sie kein Bauland oder keine Wohnung finden, geht jedes Mal ein typisches Stück des Niederrheins verloren. Viele dem entgegenlaufende Maßnahmen fallen in die Zuständigkeit der Städte und Gemeinden, können aber auf der Kreisebene unterstützt und gefördert werden, zum Beispiel über die kreiseigene Wohnbaugesellschaft oder die kreiseigenen Förderprogramme zur Ansiedelung von Ärzten.

Das ist mir wichtig, damit unsere Heimat erhalten bleibt!

Beim Thema digitale Infrastruktur muss es unser Ziel sein, den Gegensatz zwischen Stadt und Land aufzuheben. Der Zugang zu schnellen Datennetzen, im Festnetz und mobil, ist heute genauso wichtig, wie Strom und fließendes Wasser – eine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Das sprichwörtliche "Internet an jeder Milchkanne" darf nicht nur eine Redensart bleiben. Die rasant wachsenden Möglichkeiten digitaler Anwendungen für private Nutzer, Unternehmen und die Verwaltung müssen wir auch für uns im Kreis Kleve erschließen. Nur so haben wir die Chance, in einer sich fundamental ändernden Wirtschaftswelt bestehen zu können, die eine radikal neue Arbeitswelt mit sich bringt. Unser Ziel muss sein, dass möglichst viele Menschen wohnortnah arbeiten können – das reduziert Pendelverkehr und erhöht die Lebensqualität.

Eine digitale Verwaltung ist nicht nur ein Komfortgewinn für die Bürgerinnen und Bürger, sondern ermöglicht die schnellere und effektivere Abwicklung von Verwaltungsvorgängen. Verglichen mit 2020 sind wir bei diesem Thema gut vorangekommen, haben aber noch deutlich Luft nach oben. Der wachsende Anteil digitaler Verwaltungsvorgänge lässt das Thema Datensicherheit noch mehr Bedeutung gewinnen. Ob die in NRW sehr zersplitterte IT-Landschaft im Bereich der öffentlichen Verwaltung noch zeitgemäß und ausreichend sicher ist, werden wir in der nächsten Wahlperiode diskutieren müssen – Leuchtturmdenken ist hier fehl am Platz.

Auch an diesem Thema bleibe ich dran!

Leben
Zug des RE 10 im Bahnhof Kevelaer

BEWEGEN

ANKOMMEN

Bus

Bahn

Auto

Fahrrad

Vernetzung

Mobilität bleibt auch 2025 ein zentrales Themen und bewegt Menschen jeden Alters. Leider wird die öffentliche Debatte weiterhin zu stark aus einer urbanen Perspektive geführt – und geht dabei an der Realität vieler Menschen im ländlichen Raum vorbei. Der Ausbau und die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist und bleibt unser Ziel. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass der Individualverkehr – insbesondere das Auto – im ländlichen Raum auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen wird. Alles andere wäre realitätsfern und würde den Wunsch der Menschen nach flexibler, selbstbestimmter Mobilität ignorieren. Ein Ziel in naher Zukunft muss auf jeden Fall die bessere Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger sein: Das Angebot des RE 10, des Linienbusverkehrs und der zahlreichen kommunalen Angebote (Bürgerbusse) muss besser aufeinander abgestimmt werden. Nur durch ein besseres Angebot werden wir das Ziel erreichen, dass künftig mehr Menschen das Auto stehen lassen und den ÖPNV nutzen – dafür sind in der laufenden Wahlperiode deutliche Impulse von der Kreisebene ausgegangen.

Sorgenkind in Kevelaer und im ganzen Kreis Kleve ist der RE 10 – eine zuverlässige Bahnanbindung des Niederrheins an die Landeshauptstadt Düsseldorf ist das derzeit nicht! Die für einen Millionenbetrag erfolgte Sanierung und Modernisierung der Schienenstrecke kann nur wirken, wenn ausreichend Personal, Kompetenz und Technik für einen zuverlässigen Betrieb zur Verfügung stehen – es mangelt derzeit an allem. Die politische Zuständigkeit hierfür liegt leider nicht beim Kreistag, dennoch kann über dieses Gremium Einfluss auf den zuständigen Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) genommen werden. Gerade mit Blick auf die in der kommenden Wahlperiode anstehende Neuvergabe der Konzession für den RE 10, kommt dieser Einflussmöglichkeit besonderes Gewicht zu. Viele Pendler und Schüler nutzen die Bahn und sind auf sie angewiesen. Sie sind auf pünktliche, zuverlässige Verbindungen und saubere Züge angewiesen. Dieses Thema wird auch künftig höchste Priorität haben!

Der Niederrhein ohne Fahrrad? – Undenkbar! Aber Radfahren ist eben nicht nur Sport oder Entspannung, sondern für viele umwelt- und gesundheitsbewusste Menschen ihre Form individueller Mobilität, um von A nach B zu gelangen. Dafür braucht es ein qualitativ gut ausgebautes und dichtes Netz an Fahrradwegen. Da sind wir im Kreis schon sehr weit, können aber noch einen Zahn zulegen – unsere niederländischen Nachbarn machen es uns vor!

Bewegen
Eingang zum Museum Kevelaer von der Hauptstraße

KULTUR

ERLEBEN

FREIZEIT

GESTALTEN

Museen

Tourismus

Ehrenamt

Vereine

Sport

Geht es um Kultur im Kreis Kleve, denke ich natürlich zuerst an unser Niederrheinisches Museum Kevelaer. Ich bin mit großer Freude der Vorsitzende des Fördervereins des Museums. Dieses Haus ist mehr als nur das Gedächtnis unserer Region, sondern mit seinen vielen Exponaten kristallisierte Geschichte, die uns immer wieder daran erinnert: Nur wer sich seiner Wurzeln bewusst ist, kann wachsen. Kulturorte wie das Museum in Kevelaer oder Schloss Moyland ziehen aber nicht nur die Einheimischen an, um ihre Heimat zu erleben, sondern auch zahlreiche Gäste aus Nah und Fern. Letzten Endes beinhaltet auch die Wallfahrt bei uns in Kevelaer immer auch eine touristische Komponente. Natur genießen, Kultur erleben – diese Formen eines sanften und nachhaltigen Tourismus werden wir fördern, gerade auch weil der Niederrhein zu den attraktivsten Regionen für den Fahrrad-Tourismus in Deutschland zählt. Aber es muss nicht immer "sanft" sein: das Parookaville in Weeze zeigt, dass wir im Kreis auch "groß, laut" und erfolgreich sein können – weit über die Kreisgrenze hinaus.

Ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen wäre das vielfältige Vereinsleben in unserer Region nicht denkbar. Die Zeit, die sie einsetzen, ist sprichwörtlich "mit Geld nicht zu bezahlen". Wir wissen aber, dass es allen Vereinen zunehmend schwerer fällt, Nachwuchs zu gewinnen und langfristig zu binden. Deshalb fördern wir auf Kreisebene bürgerschaftliches Engagement – beispielsweise mit dem jährlichen Heimatpreis und der im Kreishaushalt verankerten Unterstützung von Vereinen, die de facto Aufgaben der Daseinsfürsorge übernehmen. Das ist mir besonders wichtig, denn lebendige Vereine sind unersetzlicher Bestandteil einer gesunden Gesellschaft, die auf Gemeinschaft und Gemeinwohl setzt.

Kultur
Abgeerntetes Getreidefeld mit Strohballen

NATUR

BEWAHREN

KLIMA

SCHÜTZEN

Klima

Umwelt

Trinkwasser

Biodiversität

Nachhaltigkeit

Der Schutz von Umwelt, Natur und Klima ist von vornherein Kernthema einer Politik, die das christliche Menschenbild zur Basis hat – also Schöpfungsbewahrung!

Die fortschreitende Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen, einschließlich des Klimas, ist eine globale Bedrohung, der wir nicht allein lokal entgegentreten können, die allerdings in ihrer Wirkung uns alle ohne Ausnahme betrifft. Deshalb sind Maßnahmen des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung bei allem politischen Handeln mitzudenkende Querschnittsaufgaben. Dem Ziel der Klimaneutralität auf Kreisebene sind wir in dieser Wahlperiode mit zahlreichen Maßnahmen näher gekommen. Emissionen vermeidendes Planen, Bauen und Handeln sind zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Auch wenn er aktuell an Popularität eingebüßt hat, ist dieser Weg richtig und Teil dessen, was man als Generationengerechtigkeit bezeichnet – oder in Kurzform: There is no Planet B.  Dafür, das ernst zu nehmen, setze ich mich weiterhin ein.

Der Kreis Kleve als Lebens- und Kulturraum ist entscheidend geprägt durch eine vielfältige Landwirtschaft. Das dichte Nebeneinander von klassischen Höfen mit Viehzucht und Ackerbau, neben Betrieben mit Schwerpunkt auf dem Anbau von Obst und Gemüse sowie international agierenden Betrieben im Zierpflanzenbau, findet man in dieser Art nur am Niederrhein. Die latente Stigmatisierung der Bäuerinnen und Bauern als Umweltsünder geht an der Realität vorbei; kein Landwirt hat Interesse daran, seine Lebensgrundlage zu zerstören. Die Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise in den letzten Jahren hat diese Branche genauso unter Druck gebracht wie der allgegenwärtige Nachwuchs- und Fachkräftemangel. Mit unseren beruflichen Schulen und dem landwirtschaftlichen Versuchs- und Bildungszentrum Haus Riswick leisten wir im Kreis Kleve einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der ganzen Vielfalt landwirtschaftlicher Produktionsformen am Niederrhein.

Viele der Fragen aus dem Bereich Umwelt, Natur und Klima werden wir nicht auf kommunaler Ebene lösen können, da sie bundes- oder europarechtlich geregelt sind. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass wir in Deutschland und Europa eine Agrarpolitik brauchen, die mit ihrer Subventionspolitik nicht nur das "Größer und Schneller" begünstigt, sondern eine regionale Versorgung mit qualitativ hochwertigen Produkten aus gesunden landwirtschaftlichen Strukturen zum Ziel hat. Denn der familiengeführte Hof bedeutet auch Heimat und Verlässlichkeit. Dazu gehört natürlich auch eine Preispolitik, die Bauern von ihrer Arbeit leben lässt. Initiativen und Vermarktungskonzepte, die das zum Ziel haben, bringen wir im Kreis voran und fördern sie. Letztlich hat es (fast) jeder Verbraucher mit seinem Kaufverhalten selbst in der Hand...

Natur
Glückliche Familie in der Natur

JUNG SEIN

ALT WERDEN

Lernen

Integration

Einsamkeit

Gesundheit

Generationen

Bildung ist ein entscheidender Schlüsselfaktor für ein erfülltes Leben und die erfolgreiche Teilhabe an der Arbeitswelt. Dafür tragen wir im Kreis Kleve mit den beiden Berufskollegs und mit der Hochschule Rhein-Waal besondere Verantwortung. Das Credo des lebenslangen Lernens wird in der zukünftigen Arbeitswelt eine noch viel größere Bedeutung gewinnen, als das heute der Fall ist – die konstante Ausübung eines einzigen Berufs über das gesamte Erwerbsleben hinweg wird zur Ausnahme werden. Diese Entwicklung vor Ort durch die Schaffung moderner und zukunftsfähiger Bildungsangebote zu begleiten, zählt zu meinen wesentlichen Anliegen.

Als Kreis im Herzen Europas finden viele Menschen aus anderen Ländern den Weg in unsere Region. Die einen tun dies freiwillig mit dem Ziel hier zu arbeiten und sesshaft zu werden, andere fliehen vor Krieg, Not und wirtschaftlichem Elend. Allen gemeinsam ist, dass sie sich bei uns eine Lebensperspektive schaffen wollen.

Durch die Corona-Krise ist eine Gruppe von Menschen in den Fokus gerückt, die wir zu wenig beachten und oft nur über ordnungsrechtliche Probleme wahrnehmen, die in den Städten und Gemeinden entstehen: Leiharbeiter aus Südosteuropa. Auch wenn der Ball zur Abstellung der katastrophalen Beschäftigungsbedingungen vorrangig im Feld der Europa-, Bundes- und Landespolitik liegt, müssen auch wir im Kreis einen Beitrag leisten. Eine Möglichkeit dazu ist für mich nach wie vor die Idee von Peter Kossen, an die Kommunalen Integrationszentren einen Beratungs- und Informationsservice anzudocken, der aktiv auf diese Menschen zugeht und sie in Sachen ihrer Rechte und Möglichkeiten berät. Ähnlich macht es die Initiative Arbeit und Leben des DGB mit ihrem Beratungsangebot in Emmerich. Leiharbeiter sind keine Menschen zweiter Klasse!

Einerseits können wir uns im Kreis Kleve glücklich schätzen, ein wachsender Kreis zu sein. Andererseits finden immer weniger junge Ärztinnen und Ärzte den Weg in unsere Region, um sich hier niederzulassen. Bis 2030 wird sich nach Prognosen der Kassenärztlichen Vereinigung ein beachtliches Defizit bei den niedergelassenen Hausärzten aufstauen, wenn wir nicht entschlossen entgegenwirken. Die im Kreis Kleve bereits laufenden Programme zur Anwerbung von Ärztinnen und Ärzten sind der richtige Weg, den wir konsequent weitergehen müssen. Aber auch neue Möglichkeiten wie Medizinische Versorgungszentren, Ärztegenossenschaften und das Potenzial der Telemedizin müssen wir weiterdenken, um eine flächendeckende Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte zu sichern. Die laufende Neuordnung der Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen wird auch weiterhin viel Aufmerksamkeit benötigen. Ziel ist die Erhaltung aller Krankenhäuser im Kreis Kleve – dabei werde ich den Standort Kevelaer besonders in den Fokus nehmen.

Der demographische Wandel macht auch vor dem Kreis Kleve nicht halt – wir leben in einer alternden Gesellschaft. Diese Entwicklung erhält eine besondere Dynamik durch die sich immer schneller drehende Spirale technischer Entwicklungen: Digitalisierung und KI bieten große Chancen, dürfen jedoch nicht überfordern und aufgrund ihrer Geschwindigkeit gerade ältere Menschen zurücklassen. Ein Auseinanderdriften der Gesellschaft in Gewinner und Verlierer der Digitalisierung müssen auch wir vor Ort aktiv aufzuhalten versuchen. Dies in Verbindung mit einer Gesellschaft, die durch immer stärkeren Individualismus geprägten ist, lässt schon heute nicht wenige Menschen in Einsamkeit zurück. Großbritannien und die skandinavischen Länder haben die daraus entstehenden Gefahren für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen erkannt und dem Thema einen hohen Stellenwert eingeräumt. Auch wir sollten diesem Weg folgen und das Thema Einsamkeit auf die Agenda setzen. Maßnahmen in diesem Sinne können zum einen Beratungs- und Coaching-Angebote sein, zum anderen sollten wir auch unser ganzes Handeln mehr generationenübergreifend ausrichten, sei es bei der Förderung des Erhaltes dörflicher Strukturen (Landarzt, Einkaufsmöglichkeit, Nahverkehr) oder bei der Förderung von Bauprojekten, die von vornherein generationenübergreifend konzipiert sind.

Jung
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