• Matthias Wirth

Das Rennen um den CDU-Vorsitz - ein Stimmungsbild

Aktualisiert: Jan 15

Am Samstag, 16. Januar ist es so weit: 1001 Delegierte wählen erstmals digital einen neuen Bundesvorsitzenden der CDU. Positionen wurden markiert, es wurde diskutiert, es wurde gestritten: Wir haben in der Union einen spannenden innerparteilichen Wahlkampf erlebt und auch (endlich wieder) gesehen, wie weit das Meinungsspektrum in den eigenen Reihen reicht. Man nennt es Volkspartei und das wollen wir auch bleiben, denn aus dieser Breite beziehen wir unsere Kraft.


Ich habe im Nachgang der letzten Kandidatenrunde (8. Januar) die Woche vor der Wahl genutzt, um dem eigenen an Politik interessierten Teil "meiner Blase" die Möglichkeit zu geben, ihren Favoriten für den CDU zu benennen.


Die Meinung der CDU-Mitglieder ist die, die zählt

Um das Ergebnis der Umfrage ein wenig einzuordnen, sind mir mehrere Dinge wichtig gewesen. Natürlich soll jede und jeder zur Vorsitzendenfrage eine Meinung haben, dennoch sind die Wünsche der CDU-Mitglieder entscheidend - schließlich geht es um ihren Vorsitzenden. Inwieweit das die Delegierten berücksichtigen, werden wir am Samstag sehen. Daher war die erste Frage die nach der Mitgliedschaft in der CDU.

Was denken CDUler im Kreis Kleve?

Der zweite Punkt, der für mich von Interesse war, ist die Herkunft der Abstimmenden. Ganz bewusst habe ich die Umfrage nicht in den einschlägigen Facebook-Gruppen geteilt, die für einen Kandidaten trommeln, um die Verzerrung möglichst klein zu halten. Allerdings habe ich alle meine (elektronisch) greifbaren CDU-Kontakte aus dem Kreis versucht zu aktivieren. Mit 87 Teilnehmenden aus dem Kreisgebiet ist das ganz ordentlich, wenn man das in Beziehung zur Beteiligung an "normalen Präsenzveranstaltungen" der CDU setzt. Freilich entsteht hier eine Verzerrung durch die Tatsache, dass man eben Nutzer von elektronischer Kommunikation und/oder Sozialen Medien sein muss.

Von den 109 Teilnehmenden kamen 96 aus Nordrhein-Westfalen, 5 aus Niedersachen, 2 aus Bayern und je einer aus Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und aus dem Ausland.


Klarer Vorsprung für Friedrich Merz

Wie in vielen Umfragen, Abstimmungen und Mitgliederbefragungen von Stadt- und Kreisverbänden liegt auch in unseren Breiten Friedrich Merz klar vorn, wobei ihm Röttgen und Laschet recht dicht auf den Fersen sind. Im Rennen um den Einzug in die Stichwahl wird es also am Samstag zwischen Platz zwei und drei spannend werden, soviel steht schon fest.

Wie sich am Ende die Stimmen des unterlegenen Kandidaten des ersten Wahlganges verteilen, wird die entscheidende Frage sein. Ich tippe auf einen recht knappen Ausgang der Wahl.


Mein Favorit: Norbert Röttgen

Wer mir in den Sozialen Medien folgt, "musste" es feststellen: Ich bin eindeutig positioniert und hoffe auf einen Sieg von Norbert Röttgen. Für mich verkörpert Röttgen ganz klar den frischen Geist und jenes moderne Denken, das wir in der CDU dringend brauchen. Manchen wirkt er "zu intellektuell" - aber genau das spricht mich an: Er durchdenkt Probleme gründlich, lösungsorientiert und (schlaf-)wandelt dabei nicht auf ausgetretenen Pfaden. Mit seiner Kampagne hat er gezeigt, dass er richtig kämpfen kann. Sein Auftreten in den sozialen aber auch klassischen Medien wirkt ansprechend und immer an der Zielgruppe orientiert - nicht umsonst erzielt er vor allem bei jüngeren CDUlern die höchsten Zustimmungswerte. Ihm immer noch seinen vergeigten Wahlkampf von 2012 nachzutragen, ist ein Rückgriff in die Mottenkiste. Als Partei, die sich am christlichen Menschenbild orientiert, das die Fehl- und Entwicklungsfähigkeit von Menschen zum Kern hat, sollten wir uns von dieser rückwärtsgewandten Perspektive lösen - nicht umsonst lautet Norbert Röttgens Motto #JetztVoran.



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